Auf den Spuren des Rattenfängers - Städtefahrt des Heimatvereins ins Weserbergland 9./11, Juli 2009

Das Schloss Bückeburg Am 9.7. 2010 war wieder der Termin: Der Heimatverein startete zu seiner jährlichen Städtefahrt. Von allen Teilnehmern lebhaft begrüßt, ging es dieses Mal in die Städte der Weserrenaissance Bückeburg, Rinteln und Hameln. Nach frühem Start in Meckenheim erreichte der Reisebus der Firma Jablonsky pünktlich zur Mittagszeit die Stadt Bückeburg. Eine zünftige Brotzeit im historischen Ratskeller stärkte die Gruppe für einen ersten Eindruck.

Vorführung barocker Pferdedressuren Man machte Bekanntschaft mit „ Bossensteinen, „ Beschlagwerk“und „Utluchten“, den Wahrzeichen der Weserrenaissance. Das Schloss Bückeburg, heute noch Wohnsitz der Familie zu Schaumburg- Lippe, präsentierte sich in seiner ganzen Pracht. Große Säle mit wunderbaren, alten Möbeln wurden gezeigt und die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kapelle beeindruckte die Besucher. Krönender Abschluss waren nicht die Riesenkarpfen im Schlossteich, sondern eine gelungene Vorführung barocker Pferdedressuren durch die fürstliche Hofreitschule.

Gegen 18 Uhr fuhr der Bus in Rinteln Am Hotel „ Zur Stadt Kassel“ vor. Großzügige Zimmer mit bequemen Betten erwarteten die Reisenden. Nach einem Abendbuffet, das keine Wünsche offen ließ, berichteten zwei Damen sehr eindrucksvoll über die häuslichen Freuden und Plackereien im Mittelalter.

Am zweiten Tag stand eine Führung durch Rinteln auf dem Programm. Die alte Handelsstadt, die in früheren Zeiten sogar eine Universität aufzuweisen hatte, beeindruckte mit prachtvollen Fachwerkbauten im Stil der Weserrenaissance. Man hätte auf eine ausgedehnte Entdeckungsreise gehen mögen, aber es wartete der nächste Programmpunkt: Besuch und Führung im Stift Fischbeck. Die Führung, die dort einem Teil der Gruppe durch eine alte Dame, der ehemaligen Priorin des Stiftes, zuteil wurde, mit Solo und gemeinsamem Gesang in der ehrwürdigen Krypta der Kirche,wird wohl allen Teilnehmern ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

„ Brissago“, ein Weserschiffchen, Das Mittagessen war auf der Schaumburg bereitet, dem ehemaligen Wohnsitz der Grafen zu Schaumburg, die diesem ehemals reichen Land den Namen gaben. Der Rest des Nachmittags stand zur freien Verfügung, versank jedoch leider im Regen. Aber, beim Heimatverein kennt man kein schlechtes Wetter! Man schwärmte aus, die Cafés wurden gestürmt und die Wirtschaft des Ortes durch den Kauf von wärmender Kleidung angekurbelt. Es war richtig kalt geworden! Am Abend wartete die „ Brissago“, ein Weserschiffchen, das die Gruppe mit 20 km. pro Stunde die Weser flussaufwärts schipperte. An Bord wurden Gegrilltes und Getränke serviert. Zur allgemeinen Freude wurden an den Ufern Störche, Reiher, Wildgänse und Enten gesichtet. Die Sicherheit der Passagiere war jederzeit gewährleistet, denn die Weser führt nur höchstens 1,60 m Wasser. Bei einem Schiffbruch hätte man also getrost an Land waten können.

Figur Rattenfänger von Hameln Am nächsten Tag, dem dritten Reisetag, erfolgte früh der Start nach Hameln. Nach dem Empfang durch einen leibhaftigen Rattenfänger folgte eine Führung durch diese wunderschöne Stadt. Weserrenaissance pur! Man war sich einig: wiederkommen lohnt! Leider beschleunigte ein Wolkenbruch die Weiterreise nach Hämelschenburg, einer anderen Perle der höfischen Weserrenaissance. Unter kundiger Führung erhielt man Einblick in den Lebensstil der Aristokratie jener Zeit, lernte aber auch die Probleme kennen, die solcher Besitz heute mit sich bringt.

Zum Abschluss der Reise wartete noch Bad Pyrmont. Dort war in einem Hotel, ganz im Stil alter Bäderkultur, das Abschiedsendessen gerichtet- Der Besuch im anschließenden Palmengarten mit wunderbaren alten Bäumen, beeindruckenden Pflanzenarrangements und der Schweigewiese konnte wegen des Regens leider nur teilweise genossen werden.

Wohlbehalten erreichte die Reisegruppen am Abend wieder Meckenheim. Der Dank aller galt wiederum Herrn Brunn, der trotz vieler Sorgen diese wunderbare Reise zusammengestellt und ihre Durchführung sicher im Griff hatte. Nach altem Heimatvereinsbrauch wurde ihm ein herzliches „Weiter so“ zugerufen.